Notvorrat anlegen: die Checkliste des BBK

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Diese Seite richtet sich an Haushalte in Deutschland. Sie fasst unabhängig den Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ zusammen, den das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) herausgibt (Stand 11/2025, 2. Auflage). Den Ratgeber und die Checklisten gibt es kostenlos auf bbk.bund.de.

Wie lange soll der Notvorrat reichen?

Der Ratgeber des BBK sagt: „Alle Haushalte sollten sich möglichst 10 Tage selbst versorgen können.“ Gemeint sind Wasser und Essen, medizinische Versorgung und Hygiene für den Notfall. Ein Vorrat für zumindest 3 Tage hilft laut BBK aber schon sehr, und darauf kann man schrittweise aufbauen.

Der Ratgeber begründet die Vorsorge so: Wer vorbereitet ist, weiß, was zu tun ist, kann sich und andere versorgen, bis Hilfe eintrifft, und entlastet die Rettungskräfte, die sich dann um Menschen kümmern können, die sich nicht selbst helfen können.

Wie viel Wasser braucht man?

Laut BBK idealerweise 2 Liter pro Person und Tag, davon 0,5 Liter zum Kochen. Der Ratgeber betont: Trinkwasser ist wichtiger als Essen. Und: Denken Sie auch an Ihre Haustiere.

Für einen Haushalt mit drei Personen rechnet der Ratgeber so:

  • 3 Tage: 18 Liter.
  • 5 Tage: 30 Liter.
  • 10 Tage: 60 Liter.

Für eine Person allein sind das 6 Liter für 3 Tage und 20 Liter für 10 Tage.

Was gehört in den Notvorrat?

Die Checkliste des BBK, nach den Rubriken des Ratgebers:

  • Essen und Trinken: Trinkwasser (2 Liter pro Person und Tag), haltbare Lebensmittel für alle Personen, eine alternative Kochgelegenheit (zum Beispiel Camping-Kocher oder Gasgrill) mit Brennstoff, Futtervorrat für Haustiere.
  • Licht und Wärme: Taschenlampe und Ersatzbatterien, Kerzen und Feuerzeug, warme Kleidung und Decken, Schlafsäcke, eine netzunabhängige Heizgelegenheit (zum Beispiel Gasheizer, Petroleumofen, Ethanolkamin; in Innenräumen nur für den Innenraum zugelassene Geräte) mit Brennstoff.
  • Information und Kommunikation: ein Solar- oder batteriebetriebenes Radio mit Batterien oder ein Kurbelradio, eine installierte Warn-App (zum Beispiel NINA), eine aufgeladene Powerbank, eine Liste wichtiger Telefonnummern auf Papier.
  • Hygiene: Zahnpasta und Zahnbürsten, Seife, persönliche Hygieneartikel, Müllbeutel (auch große, stabile zum Einhängen in die Toilette), Toilettenpapier, Desinfektionsmittel, Waschmittel, Feuchttücher, Haushaltspapier und -handschuhe, eine Campingtoilette.
  • Brandschutz: Rauchmelder, Feuerlöscher oder Feuerlöschspray, Kohlenmonoxid-Melder.
  • Sonstiges: Wasserbehälter für Lösch- oder Brauchwasser, eine Atemschutzmaske (FFP2), ein Schutzhelm, Bargeld zusätzlich zum Notgepäck.

Bei den Lebensmitteln nennt der Ratgeber vier Punkte: haltbar (muss nicht gekühlt werden), fertig (muss nicht gekocht werden), kurze Kochzeit (damit die Energie aus Camping-Kocher oder Grill länger reicht) und die Frage, für wen der Vorrat ist (Allergien, Essgewohnheiten, (Klein-)Kinder, Haustiere). Einen Vorratskalkulator gibt es unter ernaehrungsvorsorge.de.

Was gehört in die Hausapotheke?

Der Ratgeber erinnert daran, dass Rettungsdienst, Krankenhäuser und Apotheken in einer Krise vorübergehend nicht verfügbar sein können. Wer regelmäßig auf Medikamente angewiesen ist, für den ist laut BBK ein Vorrat für mindestens zehn Tage sinnvoll.

Die Checkliste nennt unter anderem: Schmerzmittel, fiebersenkende Mittel, ein Fieberthermometer, Mittel gegen Durchfall, Erbrechen und Übelkeit, Mittel gegen Erkältungsbeschwerden, Elektrolyte, Wund- und Hautdesinfektionsmittel, Pflaster und Verbandsmaterial, ein Verbandtuch für Brandwunden, Einmalhandschuhe, eine Kühlkompresse, eine Pinzette, eine Schere und eine Brand-, Wund- und Heilsalbe.

Was gehört ins Notgepäck?

Für den Fall, dass Sie das Haus schnell verlassen müssen, empfiehlt der BBK ein griffbereites Notgepäck mit:

  • warmer Kleidung, Regenschutz und festen Schuhen, Wechselkleidung;
  • Erste-Hilfe-Material, persönlichen Medikamenten und Hygieneartikeln;
  • einer geladenen Powerbank;
  • haltbaren Lebensmitteln und einer wiederbefüllbaren Trinkflasche;
  • einer Mappe mit wichtigen Dokumenten;
  • Schlafsack oder Decke, Essgeschirr, Taschenmesser und Dosenöffner;
  • Taschenlampe, Batterie-, Solar- oder Kurbelradio, Feuerzeug oder Streichhölzern;
  • Sonnencreme und Kopfbedeckung, Notizblock und Stift, Arbeitshandschuhen;
  • Ersatz für Hilfsmittel wie Brille oder Hörsysteme;
  • Bargeld.

Wichtige Dokumente (zum Beispiel Geburtsurkunde, Personalausweis, Versicherungen, Testament, Impfausweis) bewahren Sie laut Ratgeber in einem feuerfesten oder wasserdichten Behälter auf. Machen Sie am besten zusätzlich eine digitale Kopie.

Wie wird man in Deutschland gewarnt?

Laut BBK kommen die meisten Informationen über Warn-Apps und Radio. In besonderen Gefahrenlagen wird zusätzlich über Sirenen und Handys gewarnt. Die Sirenensignale:

  • Warnung: 1 Minute Heulton, der Ton schwillt an und ab. Es besteht Gefahr, informieren Sie sich.
  • Entwarnung: 1 Minute Dauerton. Die Gefahr ist vorbei.

Der Ratgeber weist darauf hin, dass bei einem Stromausfall oder einem Ausfall des Mobilfunknetzes viele Warnkanäle nicht funktionieren. Fallen Mobilfunknetz und Internet aus, funktionieren Radiosender aber noch. Und bei einem Stromausfall funktionieren Auto-, Kurbel- und Batterieradios, da sie keinen Strom aus der Steckdose benötigen. Halten Sie Ihr Handy auch nachts empfangsbereit, nehmen Sie amtliche Warnungen ernst und geben Sie sie an Nachbarschaft, Freundeskreis und Familie weiter.

Funktionieren die Notrufnummern 110 und 112 nicht mehr, gehen Sie laut BBK bei einem Notfall, wenn möglich, zur nächsten Polizeiwache oder ins Krankenhaus.

Wie kocht und heizt man ohne Strom, ohne sich zu gefährden?

Der Ratgeber unterscheidet klar:

  • In Räumen möglich: ein Stövchen mit Teelicht zum Aufwärmen, ein Fondue-Set mit Brennpaste, ein Gaskocher, wenn er für Innenräume zugelassen ist.
  • Nur im Freien: Camping-Kocher mit Gaskartusche, Gas- oder Holzkohlegrill.

Der BBK warnt: Nutzen Sie innen nur Geräte, die für Innenräume zugelassen sind. Achtung auch bei offenem Feuer in Innenräumen: Bei zu wenig Sauerstoff in der Atemluft kann bei der Verbrennung Kohlenmonoxid entstehen. Eine Kohlenmonoxidvergiftung ist lebensgefährlich. Der Ratgeber empfiehlt geprüfte und zugelassene Kohlenmonoxid-Melder.

Fällt die Heizung aus, helfen warme Kleidung, Decken und Schlafsäcke. Ohne Strom funktionieren laut BBK für den Innenraum zugelassene Gasheizer, Ethanolkamine oder Petroleumöfen und können in Innenräumen sicher genutzt werden. Halten Sie Fenster und Türen geschlossen, lüften Sie aber regelmäßig kurz und kräftig (Stoßlüften): Fenster für wenige Minuten ganz weit öffnen.

Wo findet man Schutz?

Der BBK nennt je nach Lage unterschiedliche Schutzorte. Grundsätzlich gilt laut Ratgeber: Achten Sie auf Warnhinweise und folgen Sie den Empfehlungen sowie möglichen Anweisungen.

  • Gase oder Dämpfe im Freien: in ein Gebäude gehen, Fenster und Türen schließen, möglichst in obere Stockwerke (die meisten Gase sind schwerer als Luft), Lüftungen ausschalten.
  • Radioaktive Stoffe oder Explosionen: so tief wie möglich, weg von Fenstern und Glasflächen, am besten in Keller, Tiefgaragen oder U-Bahn-Stationen; ohne Keller sind auch innenliegende Räume wie Treppenhäuser, Bäder oder Flure geeignet. Bei Explosionen gilt die Regel der „2 Wände“ zwischen Ihnen und dem Außenbereich.
  • Hochwasser, Starkregen, Sturz- oder Sturmfluten: höher gelegene Bereiche oder Stockwerke. Betreten Sie auf keinen Fall den Keller: Wird er geflutet, lässt sich die Tür nicht mehr von innen öffnen, und es droht ein tödlicher Stromschlag. Meiden Sie Tiefgaragen, U-Bahn-Stationen und Unterführungen.

Welche Rufnummern sollte man kennen?

  • 112: Feuerwehr, Rettungsdienst.
  • 110: Polizei.
  • 115: Behördenrufnummer.
  • 116117: ärztlicher Bereitschaftsdienst.
  • 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123: Telefonseelsorge, rund um die Uhr, kostenlos und auf Wunsch anonym.

Quellen

Unabhängige Website ohne Verbindung zum BBK oder zu anderen genannten Stellen.